Hamburg aus einer neuen Perspektive

Stadtfotografie aus Hamburg, die ohne Schnickschnack und Gedöns auskommt

Moin, ich bin freischaffender Künstler aus Hamburg und ich halte alte, neue und älter werdende Architektur meiner Geburtsstadt im 4:3 Format fest,

Lerne dabei die unbekannten Ecken Hamburgs kennen und erlebe die bekannten Ecken aus einer neuen Perspektive.

Mit meinem Fotoarchiv habe ich den Anspruch, besondere Architektur aus dem gesamten Hamburger Stadtgebiet zu sammeln, ohne das Gefühl zu haben, je damit fertig werden zu können. 

Dabei lasse ich die Fotos unbearbeitet, vermeide Geo Daten und einen Zeitbezug und füge sie lediglich, in einem zusammhängendem Flow, zu einem großen Hamburger Suchspiel zusammen. 

Bitte beachtet, dass ich Zeit aufwende, um die Bilder zu knipsen und das ich rechtliche Mittel auch gegen gewerbliche KI Systeme nutzen werde, um meine Urheberrechte zu verteidigen. 

Fotos von Jörg Dupont 
und Leica D Lux 7

Inspiriert von wahren Ereignissen

Zwischen den Häuserzeilen

Hochhäuser, Aufstockungen, Neubauten neben Altbauten, Innenhöfe und Häuserwinkel

Stadt Strand Fluss

Der  Hamburger Hafen oder alles was dicht am Wasser gebaut ist

Alles nur Fassade

Hauseingänge, Türen und Tore, Fassaden und gelber Klinker

Was mich bewegt

Ich kann von der Arbeit noch so genervt, das Wetter kann noch so übel und das Gesicht von F Merz kann noch so desillusionierend sein, wenn ich die Kamera, die ich außerhalb des Hauses immer bei mir trage, aus meiner Umhängetasche ziehe, existiert für mich die Zeit nicht mehr. Ich nehme die Umwelt außerhalb meines Suchers nicht mehr wahr. Wenn es ein Paralleluniversum gibt, dann steckt es in meiner kleinen Leica.

In diesem zeitlosen Modus, kann ich minutenlang in einer, für einen gesunden Menschen untypischen Haltung ausharren und zwischen hektischen Menschen, mit dem Auge am Sucher und dem Finger am halb gedrückten Auslöser, auf einen einzigen Shot warten. Dann ist es egal, ob LKW  an mir vorbei rasen oder ich auf dem Sattel meines Raleighs stehe. Belichtung, Geometrie und Bildgröße sind dann wichtiger als profane Überlebensmotive. Während meiner Fototouren ist das Ausblenden meiner menschlichen Umwelt essentiell, da ich hochfokussiert auf der Suche nach Motiven bin und das ist bei meiner Fotografie schwieriger als man denkt, da ich nicht einfach schöne Gebäude aus dem besten Winkel ablichte, wie ein Werbefotograf und ein geiles Gebäude noch lange nicht bedeutet ein cooles Motiv zu sein. Ich fotografiere zusammengesetzte Häuserfraktale und auf der Suche nach solchen Konstrukten durchkämme ich ganz Hamburg. Dann kann eine Straße unauffällig erscheinen und wenn ich mich umdrehe, erscheint sie mir plötzlich als Motivhighlight. Wenn ich dann einen schönen Winkel entdecke ist Millimeterarbeit wichtig, um die perfekte Position für einen Shot zu finden. Das sind die Situationen, in denen ich mit meiner menschlichen Umwelt kollidiere, weil ich mich in die Realität transformieren muss, um mich zu vergewissern, dass ich niemandem im Weg stehe. Mich behindert dann zumeist die dichte Begrünung Hamburgs, sinnlos parkende Autos, die in Städten eine parasitäre Plage geworden sind und Menschen in ihrer ursprünglichsten Form: Als Hindernis auf eine schöne Aussicht. Weil ich grundsätzlich keine Menschen aufnehme, es sei denn, sie erfüllen einen künstlerischen Zweck, muss ich mich demzufolge oft gedulden, bis das Motiv frei ist. Das kann Minuten in Anspruch nehmen und es sind Momente in denen mein ganzes Leben an meinem inneren Auge vorüber zieht. 

Es ist also nicht so, dass ich morgens losziehe, um ein bestimmten Häuserblock im vorhersehbar perfekten Sonnenwinkel zu fotografieren, ich ein Stativ aufstelle, auf den entsprechenden Moment stundenlang warte und dann das Motiv wie blöd in jeder Belichtungsszenerie fotografiere, um ja nix zu verpassen. Wenn ich losziehe, habe ich nur eine grobe Richtung vor Augen und dann will ich mich von den Besonderheiten meiner Stadt überraschen lassen. Das mündet meist in einen Flow, in dem ich komplett mit meiner Stadt verschmelze und ich Stimmungen und Formen wie im Rausch wahrnehme. Dann kann daraus durchaus eine 8 Stunden Rollertour von 20km Länge werden, an deren Ende ich wie vom Blitzlicht getroffen ins Bett falle und wahrscheinlich während der ganzen Nacht im Schlaf lächele. 

Am liebsten ist mir bei den Fototouren das diffus graue Hamburger Licht, das wie eine alte Raufasertapete erscheint. Der Hamburger Hochnebel. Die Glocke. Dann gibt es keinen harten Schlagschatten, die Motive wirken gemalt zweidimensional und der Himmel ist kaum von einer hellen Fassade unterscheidbar, was besondere Effekte bedeutet. Ich fotografiere auch bei Regen, obwohl meine Kamera äußerst wasserempfindlich ist. Und abends zu fotografieren hat einen besonderen Reiz, weil das Licht nicht mehr heliozentrisch, sondern nur noch punktuell und menschengemacht zur Verfügung steht.

In dem ich Stadtbilder mit der Kamera festhalte, erschaffe ich auch das Hamburger Stadtbild mit meiner Anwesenheit. Es verändert sich also nicht nur meine Wahrnehmung, sondern es verändert sich auch die Wahrnehmung der Menschen, die mir begegnen. Wie in der Quantenphysik verändert der Beobachter, allein durch die Beobachtung, den Zustand des beobachteten Objekts und zumeist werde ich neugierig angesprochen und es ergeben sich schöne Gespräche mit Hausbesitzern, Anwohnern oder Konzerneigentümern, wie beim Shot am Haus der Modewelt und einem tollen Gespräch mit dessen Eigentümer. Dann erfrage ich neugierig die Geschichte der Häuser von denen ich überzeugt bin, dass sie etwas ganz besonderes sind, obwohl die Hauseigentümer von der Existenz einer ästhetischen Bedeutung meist nix wissen. Diese Gespräche sind schöne Erlebnisse, die sogar meine Bilder blass erscheinen lassen. Und diese Menschen sind neugierig auf mich, weil ich etwas besitze und verschwenderisch verschenke, was kaum ein Mensch mehr zu besitzen oder herzugeben bereit ist: Zeit

Ich verschenke meine Zeit an euch und manche Menschen nehmen das Geschenk dankbar an

Dazu eine Anekdote:

Mein Kollege riet mir nach Steilshoop zu fahren, da ich mit Vorliebe soziale Brennpunkte fotografiere und ich selbst in dem schlimmsten Ghetto aufgewachsen bin. Als ich aber in Steili ankam entdeckte ich kein Ghetto, sondern ein sehr gepflegtes, lebendiges Viertel, in dem man zwar Armut aber auch Lebensfreude erleben konnte. Und so rollerte ich wie gefesselt an den hohen Fassaden vorbei und fotografierte eine hübsche Ladenzeile aus den 70ern, die mit einer hellen Fassade ergänzt wurde, als sich plötzlich 3 junge Männer im Abstand von 20m vor mich stellten und mich mit Gesten herausforderten. Es dauerte ein bisschen, bis ich begriff, dass sie sich nicht mit mir prügeln wollten, sondern sie von mir fotografiert werden wollten!!!  Ich schoss in meiner Aufregung nur ein einziges Foto und dann bedankten und verbeugten sie sich höflich. Das war nicht nur ein schönes Erlebnis, sondern es stand im völligen Widerspruch zu der von der Partei mit dem unaussprechlichen Namen propagierten Meinung einer verrohten migrantischen Männlichkeit und insgeheim schämte ich mich, dass mir ausgerechnet in diesem Problemviertel so viel Freude an meiner Arbeit entgegen gebracht wurde, während Deutsche in wohlhabenden Problemvierteln schlecht über diese Menschen redeten.

Das gewonnene Foto ist der Hammer geworden und ich bin verdammt stolz, dass ich diese Menschen mit ihrer ganzen Lebensfreude in Erinnerung behalten darf

 

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